3 von 5 Punkten – Der junge angehende Autor Hildegunst erbt von seinem Dichtpaten eine Kurzgeschichte, die derart gut ist, dass er sich sofort in die sagenumwobene Stadt Buchhain aufmacht, um den Verfasser aufzuspüren. Dort stolpert er in das wahnwitzige Epizentrum des Literaturgeschäfts: Sammelwütige Buchtouristen, verramschende Antiquariate, assassinenartige Buchkritiker und bettelnde Dichter tummeln sich in engen Läden und überfüllten Straßen, während die wirklich wertvollen Bücherschätze unter der Stadt von bis an die Zähne bewaffneten Bücherjägern aus einem gewaltigen Labyrinth gehoben werden. Hildegunst gerät natürlich an die falschen Leute und wird das Opfer einer niederträchtigen Verschwörung…
Das Kernproblem dieses Buches von Walter Moers hat er selbst erfasst und auf Seite 276 niedergeschrieben: „Dicke Bücher sind deswegen dick, weil der Autor nicht die Zeit hatte, sich kurz zu fassen.“ Wie Buchhain von Büchern überquillt, so quillt das Buch selbst vor witzigen Beschreibungen, Anekdoten, Einwürfen und seltsamen Figuren über, ohne dass sie die Geschichte voranbringen. Ich habe schon viel gelesen, aber dies ist das erste Buch, wo ich anfing Seiten zu überfliegen. Weiterhin ist ein Dinosaurier nicht wirklich eine Identifikationsfigur, sehr einfallsreich, aber zu weit weg. „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist ein vergnügliches Buch ohne Tiefgang.