Der dunkle Prinz – David Gemmell

2 von 5 Punkten. Ich habe mich wirklich auf das Buch gefreut, da der erste Teil „Der Löwe von Macedonien“ wirklich gut war. Die ersten 100 Seiten sind auch wieder klasse: Schlachten, Intrigen, alte Bekannte, die sich weiterentwickeln. Dann aber der Bruch, der Wechsel in die „Zauberwelt“ mit Minotaurus, Gorone (hier männlich) und Harpyen. Diese Welt wirkt leider uninspiriert zusammengeschustert und hat fast keine Wirkung für den weiteren Verlauf. Nach 200 Seiten wieder zurück ins Altertum zur Eroberung Periens durch Alexander den Großen. Ich habe es nur deshalb zu Ende gelesen, da mir der Charakter des zeitreisenden Aristoteles sehr gut gefallen hat und ich wissen wollte wie es mit dem Helden Parmenion weiter/zu Ende geht. Aber man muss David Gemmell immer anrechnen, dass er gut schreiben kann und alle Handlungsmotivationen der Guten und Bösen logisch sind. Trotzdem: Schlechte Story bleibt schlechte Story.

Die Anderen – Boris B. B. B. Koch

2.5 von 5 Punkten – Fantasy-Satire der leichten Art. Der Humor ist mehr als einfach, genauso wie die Handlung. Dass sich Orks gegenseitig die Sackhaare ausreißen ist auch schwer poetisch auszudrücken. Eigentlich haben nur die abwechslungsreichen Einfälle von sinnlosen Fußnoten, Comic-Einlagen, Werbung, FSK-Hinweisen etc. wirklich Spaß gemacht.

Der Wurm Ouroboros – Eric R. Eddison

3.5 von 5 Punkten – Tolkien preist das Buch als eines der besten, die er je gelesen hat. „Der Wurm“ hat es mir aber nicht leicht gemacht. Dämonen kämpfen gegen Hexen. Die Dämonen sind aber eher aufgebrezelte Elfen mit Hörnchen, die Hexen schwere Krieger. Zwar gibt es auch Wichte und Kobolde, aber irgendwie erscheinen sie alle sehr menschlich. Das Buch ist sehr schwer zu lesen, irgendwo zwischen Isländischen Sagas und Griechischer Mythologie verortet. Seitenlang kann man sich die prächtigen Paläste beschreiben lassen, ebenfalls seitenlang auch die Kleidung von einzelnen „Helden“. Gefühlte 100 Seiten gehen für eine Kletterpartie zweier Dämonen drauf, der ich fast nichts abgewinnen konnte, da mir der Bezug dazu fehlt. Warum ich es dann gelesen habe? Weil es etwas ganz Besonderes ist. 1922 geschrieben, barocke Sprache, barocke Bilder, spannende fessende Geschichte, massenweise große Schlachten, abgetrennte Körperteile, literweise Blut, schöne Prinzessinnen, Zauberei …

Meine Ausgabe hat ein Vorwort des Übersetzers, der leider viel zu viel vom Inhalt preisgibt, und sich rühmt ein eigentlich unübersetzbares Buch übersetzt zu haben. Auch dafür gibt es Punktabzug. Also: Wer sich daranwagt (gebraucht für ca. 5,00 EUR) nicht das Vorwort lesen, nicht Wikipedia o.ä., sondern direkt mit der Inkarnation einsteigen (die auch eigentlich nichts mit der Geschichte zu tun hat, aber eben dazugehört).

Der Löwe von Macedonien – David Gemmell

4.9 von 5 Punkten – Ein sehr spannendes und intensives Buch, das in der griechischen Antike vor der Geburt von Alexander dem Großen spielt. Die ersten 100 Seiten sind schon toll und skizzieren den Helden Parmenion, der sich wohltuend von den Standard-Typen Gemmells abhebt. Der störende Hauch des Mystischen zu Beginn wird das tragende Element des letzten Drittels des Buches und zwingt den Leser zum Umdenken. Es werden viele große Schlachten geschildert, die aber immer knapp und glaubhaft beschrieben sind und dem Buch immer wieder Wendungen bringen.

Das Sehnen der Welt – Henry Rider Haggard

4 von 5 Punkten Der Autor ist eigentlich nur durch „Allan Quatermain“ bekannt, hat aber eine ganze Menge mehr geschrieben (was ich alles nicht gelesen habe). Beim Sehnen der Welt geht es um die letzte Reise des Odysseus, die lange nach den Epen Homers spielt. Es verschlägt Odysseus nach Ägypten, wo er für den Pharao gegen den Zaubrerer Moses kämpfen soll. Mit etwas Glück bei Amazon für 1 Cent!

Der Falke des Lichts – Gillian Bradshaw

2.5 von 5 Punkten – 1993 bei uns erstmalig erschienen, war es eines meiner Lieblingsbücher. Als es wieder neu aufgelegt wurde, holte ich es erwartungsvoll aus dem Schrank. Leider blieb die frühere Faszination aus. Die ersten einhundert Seiten über die Kindheit und Jugend des angehenden Helden Gawain sind stinklangweilig, bevor es doch tatsächlich noch spannend wird. Aber seine ständigen Selbstzweifel ermüden doch arg. Auch die Fortsetzung lässt sich ähnlich viel Zeit, so dass ich den dritten Teil wahrscheinlich nicht noch einmal lesen werde.

Monsterkontrolle – A. Lee Martinez

4 von 5 Punkten – Die Erleichterung! Das letzte Buch (Eine Hexe mit Geschmack) war derart schlecht, dass ich mich nochmals des umwerfenden „Diner des Grauens“ entsinnen musste, um dem Autor noch eine Chance zu geben. Ich wurde nicht enttäuscht! Einige Anleihen bei „Kompanie der Oger“ sind zu finden, und irgendwie ahnt man schon im Voraus, dass es wieder etwas mit dem Ende des Universums zu tun haben muss (wie in allen seinen Büchern). Aber die Charaktere sind toll herausgearbeitet und sehr amüsant.

Stolz und Vorurteil und Zombies – Jane Austen, Seth Grahame-Smith

4.9 von 5 Punkten – In Amerika ein Riesen-Erfolg, bei uns eher ein Geheimtipp mit sehr unterschiedlichen Kritiken. Nachdem ich mich an die angestaubte Sprache gewöhnt hatte, konnte ich die alte Geschichte des „Kriegt sie ihn doch?“ und „Wer heiratet wen?“ mal mit viel Blut, Gehirnfetzen und Ninjas genießen. Ich habe mich jedenfalls super amüsiert, und mein Lesetempo ging ab der 2. Hälfte deutlich hoch.

Der Winterschmied – Terry Pratchett

4 von 5 Punkten – Nach „Kleine freie Männer“ und „Ein Hut voller Sterne“ nun der dritte Roman mit Tiffany Weh, der ernster und „erwachsener“ daherkommt als die Vorgänger. Man muss sich mit den kleinen blauen Kobolden anfreunden, ignorieren kann man sie weder als Scheibenweltbewohner noch als Leser 😉

Nur Drachen leben länger – John Moore

4 von 5 Punkten – Ein Ritter, der eine Prinzessin heiraten will, muss sie retten – auch wenn man den Gefahren etwas helfen muss. Leider läuft alles anders als geplant und gerät zu einen sehr amüsanten Chaos. Schwach fand ich den „Mittelalten Mann vom Berg“, der als Bösewicht einfach nicht überzeugt, erst recht nicht seine Gründe. Die mit Abstand beste Szene ist fast am Schluss, mit der die Hauptcharaktere aber nichts zu tun haben. Die Jungfrau, die ihr Leben durch Sex retten will, ist der Hammer!