4 von 5 Punkten – Schräg und verrückt beginnt der Roman der rollenden Städte. Man braucht ein paar Seiten, um sich an das irrwitzige Setting zu gewöhnen. Die Menschheit hat es mit Superwaffen tatsächlich geschafft, die Erde weitestgehend unbewohnbar zu machen. Die Überlebenden rafften die „Old-Tech-Fragmente“ zusammen und setzten ihre Städte auf riesige Räder, um in Bewegung zu bleiben und an die wenigen Rohstoffe heranzukommen, die meist schon in anderen Städten gebunden sind. So müssen die kleineren getreu nach Darwin von den größeren gefressen werden.
Teenager-Waise Tom arbeitet im Museum von London. Unverhofft begegnet er seinem Vorbild Valentine, dem Obersten Historiker, und seiner attraktiven Tochter. Doch im Realität gewordenen Traum taucht plötzlich das Mädchen Hester Shaw auf und will Valentine töten. Tom kann das Attentat vereiteln. Doch anstatt von seinem Idol gelobt zu werden, stößt er ihn zusammen mit Hester in einen Schlund. Sie überleben und müssen sich unfreiwillig zusammentun, um die Stadt einzuholen. Hester will Rache am Mörder ihrer Mutter nehmen. Tom, der noch nicht ganz glauben kann, dass sein Vorbild keins ist, gerät in mehr Gefahren, als er sich je erträumt hätte …
Besonders das Ende hat mich überrascht und dem abgedrehten Buch einen Bonuspunkt beschwert. Wie die Reihe weitergeht, werde ich wohl bald erfahren.
Zum Film (Achtung Spoilergefahr): Erstmal muss ich dem Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe) gratulieren, da der Film für sich genommen sehr gut funktioniert. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, obwohl er mit fortschreitender Geschichte immer weiter von der Vorlage abweicht. Zum Beispiel sind die Protagonisten deutlich älter als im Roman. Der größte Minuspunkt ist für mich die fehlende tragische Liebesgeschichte von Valentines Tochter. Dass Hester gar nicht so hässlich wie im Buch ist und Tom deutlich cleverer, fand ich nicht schlimm. Wie gesagt: Die Geschichte wird zwar anders erzählt, aber sie funktioniert. Die größten Pluspunkte sind die gut in Szene gesetzten rollenden Städte und die Auftritte des Stalkers, die sogar besser sind als im Buch.