Die Gabe des Roten Königs

4 von 5 Punkten – Auf 360 Seiten führt uns die Autorin Janis Nebel mit der Protagonistin Merle vom kargen Leben im Moor in die große Stadt. Merle hält es zuhause nicht mehr aus. Ihre Mutter ist offensichtlich verrückt, brabbelt wirres Zeug und schreit die ganze Nacht. Merles Vater, der Messerschmied, ist entweder bei ihr oder in seiner Werkstatt. Merle flieht spontan, um zu Skip, ihrem Freund aus Kindheitstagen in die Stadt des Roten Königs zu gelangen. Sie muss bald erkennen, dass sie zwar den Weg von der Karte über ihrem Bett auswendig kennt, aber Striche kürzer erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Unterwegs stößt sie zu einem Treck von Siedlern und auf den geheimnisvollen Kenai, der mit 17 Jahren in ihrem Alter ist. In seiner Nähe spürt sie immer ein seltsames Ziehen im Körper, das sie verwirrt. Das Tor der Stadt des Roten Königs wird bewacht. Ohne Passierschein kommt niemand hinein. Kenai bietet ihr an, sie als seine Schwester auszugeben. Doch dann kommen Priester mit einem Kompass, der die verhassten Begabten finden soll, die im ganzen Land wegen ihren magischen Fähigkeiten geächtet sind. Merle und Kenai zeigen Symptome. Wachen stürzen herbei, als Kenai seine Fähigkeiten einsetzt. Merle entkommt im Chaos in die Stadt und versteht die Welt nicht mehr, sie ist doch keine Begabte …

Schon die ersten Seiten fesseln. Merle wächst im lebensfeindlichen Moor auf, schlägt sich durch und leidet unter ihrer Mutter. Doch sie wird sehr naiv dargestellt, was mit der Zeit etwas nervt. Auch die Szenen, wo sie sich zwischen zwei jungen Männern hin und hergerissen fühlt, sind nicht mein Fall. Das Magiesystem habe ich nicht ganz verstehen können. Vielleicht wird es in den Fortsetzungen deutlicher. Mit diesen Kritikpunkten wäre das Buch eigentlich eher bei 3 bis 3.5 Punkten, doch der Anfang ist einfach zu stark. Als Selfpublisherin ist der Autorin ein außerordentliches Debüt gelungen.

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