3 von 5 Punkten – Vaelin al Sorna wird als kleiner Junge von seinem Vater, dem Kriegsherren des Königs, kommentarlos zur Ausbildung in einen Orden gesteckt. Dieser verlangt, alle familiären Bindungen zu lösen und sich nur dem Glauben, dem Orden und der Kameradschaft hinzugeben. Die Ausbildung ist hart. Prügel, Entbehrungen und lebensgefährliche Prüfungen sind an der Tagesordnung. In besonderen Ausnahmesituationen sieht Vaelin einen weißen Wolf, der ihn zu warnen scheint. Auch hört er ein Lied in seinem Kopf, das ihm irgendetwas mitteilen will. Er vermag die Rätsel aber nicht zu ergründen. Bei der Abschlussprüfung ist al Sorna ein geübter Schwertkämpfer, gerät dort aber in einen schweren Gewissenskonflikt, der ihn in die Hände des verschlagenen Königs spielt. Fortan zwingt ihn der eingegangene Pakt zu Taten, die ihm eigentlich widerstreben und ihn schließlich sogar in einen Krieg führen. Das Lied wird lauter …
Der fesselnde Schreibstil und die dichte Geschichte hätten eigentlich 5 Punkte verdient. Gestört haben mich jedoch die Rückblenden, aus denen Vaelin al Sorna während eines Interviews seine Ausbildung erzählt. Man wird dadurch immer wieder herausgerissen. Das macht „Der Name des Windes“ besser. Weiterhin ist mir das Glaubenssystem ein Rätsel geblieben. Der Glaube bildet die Grundlage des Ordens, und er muss in Vaelin schon als Kind sehr gefestigt gewesen sein. Aber man erfährt fast nichts darüber. Es wird nicht ein einziges Mal im Orden gebetet! Mein dritter Kritikpunkt ist das „Lied“, das dreiviertel des Buches keine große Rolle spielt. Sich auf fast 800 Seiten zuviel vorzunehmen ist schon eine Leistung. Aber vielleicht erschließt sich mir das große Ganze mit den nächsten Bänden.