5 von 5 Punkten – Was für ein tolles Buch! Ich würde ihm auch 6 von 5 Punkten geben, denn es hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ivanhoe spielt im 12 Jahrhundert in England. Nach dem dritten Kreuzzug befindet sich König Richard Löwenherz in Österreich in Gefangenschaft und wird von seinem Bruder Johann Ohneland vertreten. Mit seinem Gefolge aus Normannischen Rittern unterdrückt „Prinz John“ die alteingesessenen Sachsen und verprasst den Reichtum. Ivanhoe, selbst ein Sachse, kehrt aus dem Heiligen Land als Pilger verkleidet zurück, um die Lage für seinen König zu erkunden und sich dem Zorn des Vaters zu entziehen. Auf dem Weg rettet er den Kaufmann Isaac, der als Jude besonders unter dem Antisemitismus des Mittelalters zu leiden hat. Dieser bedankt sich mit Rüstung und Pferd zur Teilnahme am bevorstehenden Turnier. Ivanhoe glaubt, bei dem ritterlichen Spiel die Ehre seines unterdrückten Volkes wiederherzustellen, seinen Vater mit Stolz zu erfüllen und die Liebe seiner angebeteten Lady Rowena zu gewinnen. Doch die Normannischen Ritter sind harte Gegner und schrecken auch vor Entführungen nicht zurück…
Sir Walter Scott schrieb das Buch 1820 und begeisterte schon damals die Leserschaft. In altertümlicher Sprache lässt er das Mittelalter mit Rittern und Burgen, Räubern und Priestern auferstehen. Robin Hood und Bruder Tuck helfen Ivanhoe ebenso wie ein schlauer Hofnarr und ein geheimnisvoller schwarzer Ritter. Man lacht mit den Schelmen, leidet mit den Sachsen und Juden und fiebert mit dem Helden gegen fiese Templer. Ivanhoe bietet alles, was ein guter Fantasy-Roman braucht. Einzig die ausufernden Lösegeldverhandlungen trüben etwas den Lesefluss.