Rabengott – Bernhard Hennen

3,5 von 5 Punkten – Der „Rabengott“ spielt hauptsächlich in Al’Anfa, einer großen Handelsstadt, die von Dschungel und Sumpfland umgeben ist. Hierhin hat es den ritterlichen Kavalier Tikian verschlagen, der sich nach einem delikaten Skandal aus seiner Heimat absetzen und als Söldner anheuern musste. Zunächst weiß er seinen ruppigen Freund Gion und die ehrgeizige Magierin Elena an seiner Seite, doch verscherzt er es sich mit beiden durch seine ständige Selbstbemitleidung und Überheblichkeit. So kommt es, dass er auf sich allein gestellt schließlich fälschlicherweise für einen Mörder gehalten und zum Rausschmeißer eines Freudenhauses wird. Um sich abzulenken, beginnt Tikian nach seinem Großvater zu suchen, der vor langer Zeit in der Stadt verschwunden ist. Dieser scheint in ein Komplott verwickelt gewesen zu sein, das auch andere Mächte interessiert…

„Das Schwarze Auge“ ist das Rollenspiel meiner Kindheit. Man hatte nur ein Regel- und ein Abenteuerbuch, der Rest fand in den Köpfen der Mitspieler statt. So war es schön, im Roman immer wieder Namen und Begriffen dieser altbekannten Fantasywelt zu begegnen. Nicht-DSA-Kenner finden ein ausführliches Glossar im Anhang zur Orientierung.
Hennen gelingt es sehr gut seinen Roman, der eine Mischung aus Detektiv- und Verschwörungsgeschichte ist, in die reiche Welt Aventuriens zu integrieren. Weniger gelungen fand ich die Bedrohung durch den besessenen Waldmenschen, die eher eine Nebenerzählung ohne wirklichen Zusammenhang war. Auch die beiden Liebschaften Tikians sind eigentlich zu intensiv, als dass sie in so kurzer Zeit passieren konnten. Vielleicht sind diese Punkte auch der Überarbeitung der Neuauflage des ursprünglich „Das Gesicht am Fenster“ genannten Buches geschuldet.

Hinterlasse einen Kommentar