Faustus – Kai Meyer

4 von 5 Punkten – Wer den Namen Faustus hört, muss immer an Goethe denken. Dass auch dieser sich an bestehenden Mythen orientiert hat, haben die meisten wahrscheinlich vergessen. Kai Meyer traut sich an das Thema und widmet dem Doctor drei Geschichten, die hier in einem Band mit 700 Seiten zusammen erschienen sind.

Die Abenteuer werden aus der Perspektive des Gehilfen Wagner beschrieben, dessen augenzwinkernden Übertreibungen einfach nur Spaß machen. Den ersten Teil bestimmt die Flucht vor dem Scheiterhaufen, viel mehr der Flucht von diesem. Man bereist Wittenberg und Eisenach, lernt Luther in neuem Licht kennen und begegnet gefallenen Engeln. Das zweite Buch führt Doctor Faustus und Wagner ins Schloss des Schlangenkönigs, in dem der Traumvater ein tödliches Spiel inszeniert hat, um seinen Nachfolger zu bestimmen. In bester Agatha Christie Manier werden nach und nach die Bewohner ermordet und immer neue Tatverdächtige ausgemacht. Den Abschluss bildet die Reise nach Rom, um das Geheimnis der gefallenen Engel zu ergründen.

Die mittelalterliche Schreibweise, Wagners Wortwitz und die gelungene Mischung aus Grusel, Brutalität und Humor sind für Meyer-Fans ein Fest.

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