2.5 von 5 Punkten – Das klassische Athen manövriert sich in die Hegemonialkriege mit Sparta. Der jugendliche Alexias ist ein ambitionierter Läufer. Ständig schlägt er die Avancen der älteren Männer aus Unsicherheit aus. Doch dann begegnet er dem edlen Krieger Lysis, der ihn mit den Philosophen Sokrates und Platon bekannt macht und in die Armee holt, um an seiner Seite mit dem Schwert die Demokratie in die Welt zu tragen.
Vor dem historischen Hintergrund der bekannten Ereignisse flechtet Mary Renault die zarte Liebesgeschichte der beiden Männer und garniert sie mit den beiden großen Lehrern. Alles, was im Verlauf des Buches passiert, ist bekannt, und das ist auch leider das Problem. Zusätzlich ist das Buch aus der Erzählperspektive von Alexias geschrieben, was dann sein Ableben in gefährlichen Situationen äußerst unwahrscheinlich macht. Und die Philosophen werden nur am Rand beschrieben, ihre Lehren nicht einmal wirklich angerissen.
Der Protagonist Alexias ist eigentlich kein Läufer, sondern eher ein Mitläufer. Er trifft keine folgenschweren Entscheidungen und beeinflusst damit den Verlauf der Geschichte auch nicht. Er agiert nicht, er reagiert und das nicht einmal aus Eigeninitiative. So lässt das Buch keine Spannung aufkommen.