4 von 5 Punkten – Lukianenko ist hierzulande hauptsächlich durch die Romanserie „Die Wächter der Nacht“ und deren Verfilmung bekannt. Hier geht es um den Jungen Dima, der sich vor dem Stadtpark von einem angeblichen Reporter fotografieren lässt und unvermittelt auf einer Südseeinsel mit rosa Burg aufwacht. So idyllisch, wie das Eiland zuerst auch erscheint, über jeweils drei Brücken sind insgesamt 40 Inseln miteinander verbunden, die es zu schützen oder zu erobern gilt. Denn man darf erst wieder nach Hause, wenn das eigene Teenagerteam alle anderen dominiert. Als hilfreiche Mittel stehen Schwerter, Armbrüste und gelegentlich eine Pistole zur Wahl. Doch nach dem ersten Töten erkennt Dima den Wahnsinn und versucht in den Spielregeln Schlupflöcher zu finden, um zu gewinnen oder zu entkommen.
Auch wenn es sich vielleicht etwas verrückt oder kindisch anhört, keine Sorge, der Autor ist nicht umsonst für seine Härte und seinen Blutdurst bekannt. Natürlich muss sich ein solches Thema an dem „Herr der Fliegen“ messen. Einen solchen Klassiker, der viele Generationen von Schülern geprägt oder gequält hat, kann man nicht ersetzen. Aber ich finde, Lukianenko schlägt sich ganz gut. Diese Version ist blutiger, weniger theoretisch und belehrend und auf jeden Fall unterhaltsamer.