Wunschkrieg (Die Sturmkönige 2) – Kai Meyer

4 von 5 Punkten – Der zweite Teil der Sturmkönige knüpft nahtlos an den Vorgänger an, und Kai Meyer behält das hohe Tempo weitestgehend bei. Der Schmuggler Tarik wird am Ziel ihrer Teppichreise von der geheimnisvollen Sabatea getrennt und versucht sie aus dem schwer bewachten Kalifenpalast zu befreien. Währenddessen schließt sich sein kleiner Bruder, der in der Wüste zurückblieb, den Sturmkönigen an. Diese Rebellen reiten auf Wirbelstürmen in den Kampf gegen die heranstürmenden Armeen der bestialischen Dschinns, die ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Menschheit begonnen haben. Beide Handlungsstränge verlaufen parallel und treiben die Geschichte weiter an, was allein schon Anerkennung verdient, da viele Autoren damit nur Masse schaffen wollen, um auf eine passable Zahl von Buchseiten zu kommen. „Wunschkrieg“ liefert zahlreiche Antworten auf die im ersten Teil aufgeworfenen Fragen über die Dschinns, die Wilde Magie und auch die seltsamen Visionen des Narbennarren. Damit ist alles für das Finale im dritten Teil vorbereitet.
Das Buch leidet nur unter einigen kurzen, aber wahnwitzigen Entscheidungen der Protagonisten, die einfach nicht nachvollziehbar sind. Deshalb „nur“ vier Punkte. Eigentlich müsste ich zusätzlich einen Punkt für das Cover abziehen. Es suggeriert für mich einen Frauen-Fantasy-Roman ala „Vampire Lovestory“ oder „Der Werwolf, der mich küsste“. Weibliche Charaktere werden zwar selbstbewusst und wehrhaft beschrieben, was für die orientalische Welt schon auffällig ist, aber Tarik der Schmuggler ist der Held. Seine Wutausbrüche, seine Selbstverachtung und seine innere Zerissenheit bilden den Mittelpunkt.

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