Die Elfen – Bernhard Hennen

3 von 5 Punkten – Licht und Schatten bestimmen die 900 Seiten. Die Geschichte: Die zwei Elfen Nuramon und Farodin stellen sich gegen ihre Königin und versuchen ihre verbannte Liebste zu befreien. Diese hatte sich von einem Dämon täuschen lassen und ihm ein Kind geboren, das den Untergang der Elfen bedeuten könnte. Auf der Suche nach einem Weg in die „zerbrochene Welt“ werden die beiden Elfen von dem grobschlächtigen Menschen Mandred begleitet, der Dank der Albensterne (Dimensionstore), durch die sie reisen, Jahrhunderte überspringen kann, ohne den (fast) unsterblichen Elfen wegzualtern.

Das Licht: Es gibt ein paar wirklich gute Ideen in dem Buch. So zum Beispiel die Bibliothek des Wissens, die Verbannten von Valemas, den Wandel des kleinen Menschendorfes zu einem Königreich. Auch der verachtete Elf Nuramon, der schon so oft wiedergeboren wurde, dass es selbst seinen nahezu unsterblichen Verwandten zu viel wird, hat mir gut gefallen. Die letzten zweihundert Seiten bieten dann auch alles, was man von epischer Fantasy erwartet, inklusive großer Schlacht. Zu guter Letzt fand ich die Szene mit dem Fliegenfischen am Ende sehr gut auf den Charakter von Mandred zugeschnitten.

Der Schatten: Meine Hauptkritik ist eigentlich die kalte Stimmung des Buches. Der Anfang ist düster, und es gelingt dem Autor nicht, mir das Licht der Elfenwelt, die Wärme des ewigen Frühlings und die Mentalität der Unsterblichen nahezubringen. Dafür ist man eben zu selten dort. Es ist zwar alles da, aber nicht nah genug. Erst auf den letzten zweihundert Seiten kommt mit dem Tempo auch das Gefühl auf, das Mitfiebern und die Spannung. Die Elfensuche der zahllosen vorherigen Seiten über zahllose Jahrhunderte ist ziemlich verworren. Der Zufall (den es angeblich hier nicht gibt) gibt dann mal wieder ein Ziel an, das aber auch nur eine Zwischenstation ist. Weiterhin hat mich die ständige Wiedergeburt eines jeden „Albenkindes“ und das hohe Ziel des „ins Mondlicht Gehens“ gestört. Elfen, Trolle, Kentauren, Zwerge, ja alle sind verwandt miteinander, und sie werden wiedergeboren. Nur die Menschen nicht. Die sind eh meist nur Kanonenfutter. Ich kann mich an nichts „menschliches“ in der Menschenwelt dieses Buches erinnern, bis auf das kleine widerspenstige Wikingerdorf, Es gibt noch über ein Duzend Fortsetzungen, die vielleicht die Lücken der „Elfen-Geschichte“ füllen.

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