3 von 5 Punkten – Nach der überragenden Pandemia-Saga und dem gelungenen „widerspenstigen Schwertkämpfer“ habe ich mich an einen weiteren Roman von Dave Duncan gewagt. Die „vergoldete Kette“ beschreibt das Leben der „menschlichen Klinge“ Durendal, einem Ritter, der durch ein martialisches Ritual mittels Schwert-durch-die-Brust-stoßen magisch an einen anderen Menschen gebunden wird. Fortan besteht der Drang sein Mündel vor allen Gefahren zu schützen, selbst wenn es Unrecht zu tun bedeutet. Dieser Konflikt macht den Reiz des Buches aus. Die Geschichte selbst überspringt nach der spannenden ersten Hälfte locker dreißig Jahre und präsentiert einen gealterten Durendal, der nun als Kanzler staatstragend geworden ist, bis ihn ein geheimer Auftrag seiner Jugend einholt und seine Königstreue auf eine harte Probe stellt.
Dies ist auch die größte Schwäche des Romans. Auf etwas mehr als 500 Seiten wird eine Story gequetscht, die locker drei Bände gefüllt hätte. Drei wären besser gewesen, als eine Reise ans andere Ende der Welt, die zwei Jahre dauert, mit ein paar Sätzen abzutun, vor allem da der große Widersacher des Helden an dessen Seite reisen muss. Oder eben die Zeit als Kanzler einfach zu überspringen. Neun Bücher hat Duncan über die Welt der „Klingen“ geschrieben. Ich werde mal sehen (lesen), was die anderen so können.