Der Adept des Assassinen (Die Legende vom Weitseher 1) – Robin Hobb

4 von 5 Punkten – Fitz, der junge Bastard eines Thronfolgers, wächst unter der harten Hand eines Stallmeisters auf und wird zum Assassinen ausgebildet, ohne wirklich eine Wahl zu haben. Seine besondere Gabe mit Tieren zu kommunizieren wird verachtet, ebenso wie seine uneheliche Herkunft. Als Werkzeug des Königs muss er die „Entfremdeten“ eleminieren, seelenlose Menschen, die von Roten Korsaren in eine Art Zombies verwandelt wurden. Fitz wird immer mehr in Intrigen verwickelt, die schließlich so weit gehen, dass er sich zwischen zweifelhafter Moral und seinem Leben entscheiden muss… Das Buch lässt sich Zeit, ohne aber langatmig zu werden. Die Charaktere entwicklen sich differenziert, die Ich-Perspektive ist hier mal gelungen. Generell bin ich kein Freund von kindlichen oder jugendlichen Helden, deren besondere Gabe sie eben zu etwas Besonderem macht. Der Junge Fitz ist aber weder „ein Mondkalb“ noch ein Strahlemann. Auch dass die Geschichte eher mit der Renaissance des 15. Jahrhunderts vergleichbar ist, also ohne Ritterrüstungen und Langschwerter auskommt, ist eine Abwechslung. Einen Punkt muss ich abziehen, da die Logik der Geschichte nicht immer nachvollziehbar ist, da hilft auch ein Verweis auf die folgenden zwei Bücher nicht weiter: Der Thronfolger tritt zurück, da er einen Bastard gezeugt hat. Hm. Das hab ich noch nie gelesen, ist auch nicht glaubhaft. Warum die Gabe mit Tieren zu kommunizieren abartig ist, während es eine andere (?) Gabe gibt, die das Königshaus eifersüchtig hütet und die hoch angesehen wird, erschließt sich mir auch nicht.
Das Buch wurde von Heyne für einen Hammerpreis von 15,00 EUR unter dem Titel „Der Weitseher“ neu verlegt. Ich habe es gebraucht in der alten Ausgabe von Bastei-Lübbe für ein paar Euro bekommen.

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