2 von 5 Punkten – Dem ersten Teil der „Vergessenen Reiche“ hatte ich noch viel Potential bescheinigt. Leider muss ich nach dem Lesen der Fortsetzung feststellen, dass ich sehr enttäuscht wurde. Wieder sehr gelungen ist die fremdartige Welt: Diesmal ist sie auf gewaltigen Bäumen angesiedelt, deren Kronen so dicht und gigantisch sind, dass Kontinente Platz darauf finden. Elfen, Zwerge und Menschen gibt auch hier und wieder sind es die Elfen, die alles zu dominieren scheinen. Doch diese Welt wird von einer derart vernichtenden Bedrohung heimgesucht, die selbst Frauen und Kinder gnadenlos dahinmetzelt, dass einem die darauf folgenden unpassenden Scherze des Zauberers Zifnab, einem Catweazle-Verschnitt, der von Gandalf und Raumschiff Enterprise faselt, im Hals stecken bleiben. Haplo, der Weltenreisende, der eigentlich Unruhe stiften soll, wird unfreiwillig zum Erlöser auserkoren und ein herumpolternder Drache erschreckt die Leute, bevor er sich von einem Trinklied bezaubern lässt und zu einem über-sorgsamen Butler wird. Nein, es tut mir Leid, aber diese Gratwanderung gefällt mir nicht. Die Hintergrundgeschichte der Serie ist nach wie vor gut; die Rache der Patyrn an den Sartan, beides göttergleiche Völker, wird am Rande auch weitererzählt, aber sie bildet eben nur das Beiwerk.
Elfenstern (Die vergessenen Reiche 2) – Margaret Weis/Tracy Hickman