Die Dämmerschmiede – Fank Rehfeld

3 von 5 Punkten – Die Legende von Arcana ist die Vorgeschichte zu den früher erschienenen „Der Drachentempel“ und “ Die Sternenzitadelle“, die ich aber nicht kenne. „Die Dämmerschmiede“ handelt von den zwei Invasionen der Damonen, schwarzen insektenartigen Riesenungeheuern, die durch ein Dimensionentor in die mittelalterliche Welt gelangen und diese massiv bedrohen. Zwischen den beiden Invasionen liegen 1.000 Jahre. Genau das macht auch den Reiz dieses Buches aus. Der Magier Maziroc und der „Fremde“ Kenran´Del erleben beide Kriege hautnah, immer springt man von einem Kapitel zum nächsten ein Millenium vor oder zurück, bis man im aufreibenden Finale permanent hin- und herwechselt. Alles andere hat man leider schon gelesen: Es gibt Elben und Zwerge, die sich verabscheuen, Magier und Hexen, die sich nicht mögen, Ungeheuer, die die Armeen der Guten massenweise dahinmetzeln, Drachen, Schneestürme und Wüsten. Sprachlich stolperte ich öfters über Begriffe wie „Tyrannis“ , „Ressentiment“ oder „barock“, die einfach zu sehr mit realer Historie verknüpft sind, als dass man sie einfach mal so in eine fremde Fantasywelt packen könnte. Wesentlich enttäuschender sind aber die schwachen Dialoge und die farblosen Charaktere. Mal wird der Magier Maziroc als lebensbejahend beschrieben, dann plötzlich wird er zum Schwarzseher, und das nicht innerhalb von 1.000 Jahren. Mal erklärt Kenran´Del die einzelne menschliche Existenz für unbedeutend, nur die Leistungen würden zählen, dann ist ihm genau das Gegenteil eine weitlang wichtig. Gerade dieser „Fremde“ und die Anleihen bei „Stargate“ trübten mein Lesevergnügen. Das Nachwort klärte dann aber vieles auf: Der neue Verlag wollte die Bücher des Autors wieder herausbringen, wenn er die Vorgeschichte dazu schrieb. Diese nutze er, um Nebenpersonen seiner beiden Hauptromane auszubauen. Fank Rehfeld scheibt sogar selbst, dass er dem Helden der anderen Bücher wesentlich mehr zugetan ist. Dennoch: Die Idee und die schriftstellerische Umsetzung einer Geschichte mit 1.000 Jahren Differenz ist eine tolle Leistung, da sie trotz aller Schwächen lesbar bleibt. Deshalb 3 Punkte.

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