3 von 5 Punkten – Dieses Buch von 1966 würde heute eher als Historienroman verkauft werden. Im klassischen Griechenland wird der Schauspieler Niko in das Leben des Philosophen Platon verwickelt und erzählt dessen Versuche aus der Tyrannis auf Sizilien den „idealen Staat“ zu errichten. Der Leser begleitet Niko durch das Theaterleben und erfährt viele interessante Dinge. Ebenso verhält es sich mit Platons Lehren: sehr interessant. Aber leider nicht mehr: Die Tiefe entspricht der einer Fernsehdoku. Spannung kommt zum Ende auf, als die Tyrannis mit Gewalt bezwungen werden soll. Wer das Leben von Platon kennt, kennt aber die meisten Gefahrenmomente und wird diesen Teil des Buch wohl etwas langweilig finden. Trotzdem ist die Geschichte etwas besonderes, gerade weil der „Held“ der Geschichte kein Kämpfer ist und auch keiner werden muss. Wer wenig über die Zeit des klassischen Griechenland und des Theaters oder von Platon weiß, der wird mehr auf seine Kosten kommen. Aber auch diejenigen, die sich etwas in der Griechischen Mythologie auskennen, erhalten durch die vielen Anspielungen, die auch die Atmosphäre des Romans bestimmen, einen Mehrwert.
Die Maske des Apoll – Mary Renault