2 von 5 Punkten – Auf der letzten Seite steht eine Widmung, die sehr viel über diesen Fortsetzungsroman sagt: „…danke ich, die mich überredete eine Trilogie zu schreiben, was ich ursprünglich gar nicht geplant hatte“. Der zweite Teil des „Greifenmagiers“ erzählt die Geschichte aus der Sicht der Besiegten weiter, was erst einmal gar nicht uninteressant ist. Die Bösen werden so menschlicher. Leider hat die Autorin fast alle ihre Schwächen des ersten Buches ausgebaut und die Stärken vernachlässigt: Die Charaktere denken sehr viel, grübeln geradezu, ohne dass die Handlung vorankommt. Die geheimnisvolle, fremde Welt der Greifen spielt fast keine Rolle mehr, die Überraschungen im Verlauf sind auf eine einzige gute (wenn auch sehr gute) Szene reduziert und die sich erst interessant entwickelnde „Schaffensgabe“ der Casmantier wird zum Schluss derart übertrieben, dass sich selbst Sauron persönlich wie ein Kind mit Zauberstab aus Plastik vorkommen müsste. Zusätzlich hatte ich damit Probleme, dass die Hauptfigur ein Mörder ist. Er ist kein Held, der reihenweise Ungeheuer metzelt, kein Soldat, der im Krieg tötet, sondern ein ganz normaler Mann, der zum Mörder wurde. Er hat zwar sehr lange in der Sklaverei gebüßt, aber im ganzen Roman gibt es keine einzige Auseinandersetzung mit dem Thema, keine Position, nur Schweigen.
Der Geifenmagier – Land des Feuers – Rachel Neumeier