Die Feuer von Troia – Marion Zimmer Bradley

1.5 von 5 Punkten – Die Nebel von Avalon habe ich nach 100 Seiten frustriert in die Ecke gedonnert, das war vor 20 Jahren. Also genug Zeit der Autorin noch eine Chance zu geben und die Feuer von Troia zu lesen. Ich habe es immerhin bis zum Ende geschafft und war froh, auf dem Flohmarkt nur einen Euro bezahlt zu haben. Warum kann es keine Kentauren geben, sondern nur behaarte kleine Männer, die auf Pferden reiten, wenn Götter von Menschen Besitz ergreifen oder Kassandra, die Hauptfigur, Hellsehen und ihren Körper verlassen kann? Ebenso unlogisch fand ich ewigen Zweifel Kassandras, sowie dass sie den von ihr besessenen Priester Khryse eigentlich immer verachtet, nur um ihm am Ende nichts Böses zu wünschen. Genervt haben die Visionen, die immer die gleichen waren und ein nur allzu bekanntes Ende prophezeiten. Frustriert hat mich die Beharrlichkeit, mit der alle Männer als blutrünstige, machtgierige Vergewaltiger dargestellt wurden, griechische „Helden“ besonders. Neben Aeneas kommt Odysseus noch am besten weg: Er wird als Pirat mit Schnauzebart beschrieben. Die größte Schwäche des eindeutig radikal-feministischen, antike Quellen ignorierenden Romans, ist das Fehlen von vielschichtigen Charakteren.

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