Der Herr der Ringe – J.R.R. Tolkien

4 von 5 Punkten – Wenn man die Filme gesehen hat, liest man die Bücher anders. Das lässt sich nicht ändern. Die wundervollen Bilder übertragen sich auf die Zeilen, die Charaktäre erhalten die Gesichter der Schauspieler. Wer (wie ich) dann auch noch den „Wurm Ourobos“ vorher gelesen hat, der schaut nochmals anders. Der „Wurm“ ist ein Buch, das Tolkien definitiv beeinflusst hat, auch wenn seine Landschaftsbeschreibungen nicht annähernd so ausufernd sind, lang genug sind sie auf jeden Fall. Ich persönlich bin ja kein Freund von Kindern, die zu Helden werden; schon als Jugendlicher wollte ich lieber etwas von erwachsenen Helden lesen. Ich hatte nie die Hoffnung (und den Wunsch) wie Atréju aus der „Unendlichen Geschichte“ zu sein. Heute wäre wohl „Harry Potter“ das Pendant. Die Hobbits haben nun mal einiges von Kindern, und das störte mit bei diesem Epos schon immer. Zum Buch selbst: Der „Herr der Ringe“ ist sprachlich vielen anderen Romanen überlegen, hat einen fesselnden Spannungsbogen und eine durchweg bedrückende Atmosphäre, die, trotz der langen Reisen, nicht verloren geht. Noch eine Anmerkung zum Buch/Film-Vergleich: Boromir erhält im Film über die mächtige Präsenz von Sean Bean wesentlich mehr Bedeutung als im Buch, wo ihn Tolkien manchmal scheinbar vergessen hat.

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